"Will  alles haben, alles geben"

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In diesem Lande leben wir

Wolf Biermann, Gunnar Eriksson, Chamber Choir of Europe

CD, 2011

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Das geht sein

Doppel DVD, 2011

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Fliegen mit fremden Federn

Eine Kiste voller Schätze: erlesene Gedichte und erhörte Lieder,

von Wolf Biermann ins Deutsche gebracht.

Buch, erschienen Oktober 2011 bei Hoffmann & Campe

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Berlin, du deutsche deutsche Frau

Die schönsten Berlin-Gedichte von Wolf Biermann.

Buch, erschienen im November 2008 bei Hoffman und Campe

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In diesem Lande leben wir

Wolf Biermann, Gunnar Eriksson, Chamber Choir of Europe

CD, 2011

 

Nachdenken über Deutschland! Themen wie Heimat, Krieg und Frieden, Heimkehr und DIE ERMUTIGUNG zur Freiheit erklingen im Spiegel der deutschen Zeitgeschichte doppelt: In Biermann Liedern, von Gunnar Eriksson und Stefan Forssén neu für Chor gesetzt, und in Wolf Biermanns eigenen Interpretationen mit Gitarrenbegleitung, einschließlich einer historischen Aufnahme aus dem Jahre 1968. Gunnar Eriksson, die große Chor-Ikone Schwedens, dirigiert den Chamber Choir of Europe.

Die Zusammenstellung ist gleichzeitig ein Querschnitt der literarischen und musikalischen Produktion von Wolf Biermann, dem bedeutendsten Dichter und Liedermacher der beiden Teile Deutschlands aus 5 Jahrzehnten. Auf dieser CD auch als brilliante Kompositionen für Chor.

Liederproduktion Altona und Peermusic Classical Hamburg. Erhältlich im Handel

 

 

Gunnar Eriksson,wirkte an der Göteborger Musikhochschule als Professor im Fach Chordirigieren und ist Mitglied der Stockholmer Königlichen Musikalischen Akademie, ist ein international gefragter Dirigent, Dozent und Pädagoge. Als Arrangeur und Chorleiter gilt er als einer der maßgeblichen Erneuerer der Chormusik; er ist berühmt für seine Improvisationen. In seiner Arbeit verbindet er Tradition und Avantgarde. Viel seiner Zeit verbringt Gunnar Eriksson damit, in der Welt Chöre und dessen Chorleiter zu unterrichten. Er gründete und leitet den Göteborger Kammerchor und das „Rilke-Ensembles“, mit denen er international bekannt wurde.

  

Stefan Forssén: Der Pianist und Komponist Stefan Forssén ist ein über die Grenzen Schwedens hinaus bekannter Jazzmusiker, der mit seinen Bands Änglaspel,  Forsséns Trio und Lilla Änglaspel in ganz Europa Konzerte gibt.  Jazz ist das tragende Element in der Musik Stefan Forsséns, gleichzeitig bewegt er sich jedoch frei zwischen vielen Musik-Genres. Ebenso als Komponist erfolgreich und in Schweden sehr populär, schuf er neben Jazz-Kompositionen auch zahlreiche Werke im Bereich der Chormusik, Kammermusik ,Oper, Film &Theater. Er vertonte und arrangierte  viele Gedichte zu Liedern, sowohl für Solisten als auch für Chöre.

www.stefanforssen.com

Das geht sein

Doppel DVD, 2011

 

Seit 1965 gilt für Wolf Biermann in der DDR nicht nur ein Auftritts - und Publikationsverbot, sondern auch ein Reiseverbot, und zwar sowohl nach Ost als auch nach West. 1976 wird Wolf Biermann überraschend die Ausreise zu einer Tournee in Westdeutschland genehmigt. In Köln gibt er am 13. November 1976, nach zwölf Jahren Auftrittsverbot, vor achttausend Menschen sein erstes Konzert.

Dass die Ausreise nur genehmigt worden war, um Biermann auszubürgern, war damals noch niemanden klar. Drei Tage nach dem Konzert kommt über alle Agenturen und Sender, dass „ Biermann das Aufenthaltsrecht in der DDR aberkannt worden ist“. Mit den Protesten im Westen hatten die verdorbenen Greise im Politbüro der SED gerechnet, nicht aber mit dem Protest im eigenen Land. Tausende Menschen in der DDR ergreifen Partei für Biermann, viele bezahlen dafür mit jahrelanger Haft. Zahlreiche Schriftsteller und Schauspieler verlassen die DDR. Für viele ist Biermanns Ausbürgerung die endgültige Ernüchterung, das Ende der Hoffnung auf einen Prager Frühling in Berlin, und damit der Anfang vom Ende der DDR.

Auf dieser DVD ist erstmals das vollständige Konzert zu sehen.
Liederproduktion Altona. Erhältlich im Handel.

Fliegen mit fremden Federn

Eine Kiste voller Schätze: erlesene Gedichte und erhörte Lieder,

von Wolf Biermann ins Deutsche gebracht.

Buch, erschienen Oktober 2011 bei Hoffmann & Campe

 

Als „staatlich anerkannter Staatsfeind“ lebte Wolf Biermann zwölf Jahre hinter der Mauer in Ostberlin, auch das provozierte seinen Heißhunger nach mehr „ganze Menschheit“. Er begann aus großen und den kleineren europäischen Sprachen Lieder auf Deutsch singbar zu machen und brachte Gedichte in seine Sprache.

Die meisten Texte sind angeregt durch Begegnungen. Berühmte und unberühmte Freunde brachten Wolf Biermann eigene oder traditionelle Lieder und Gedichte aus aller Welt in die Chausseestraße. Das kuriose Wort „Sammelsurium“ hat wieder seinen ursprünglichen Sinn. Biermann bündelt eine Sammlung von Zufallsfunden: Material von Bulat Okudžava, Daniel Viglietti, Jiří Suchý und Georges Brassens. Freunde wie Eva-Maria Hagen, Lew Kopelew, Joan Baez und Franz Hohler und Allen Ginsberg steckten ihm Lieder zu. Nach der Ausbürgerung fand Biermann auf Konzertreisen neuen poetischen Stoff, u.A. bei Atahualpa Yupanqui, Savopoulos, Sven Bertil Taube, Yves Montand, Paco Ibáñes. Deren Gastgeschenke füllten die Schatzkiste des Sammlers. Neueres und Altes. Hohe Poesie, zauberhafte Kinderlieder und plebejische Folklore neben kleinen feinen Volksliedern.
 ISBN: 978-3-455-40344-2
 

Berlin, du deutsche deutsche Frau

Die schönsten Berlin-Gedichte von Wolf Biermann.

Buch, erschienen im November 2008 bei Hoffman und Campe

 

"Berlin ist nun mal meine erste Liebe seit 1955. Und die Stadt wurde meine alte Liebe, weil ich mich immer wieder neu in sie verliebt habe. Ach! solch eine kapriziöse Dauergeliebte muss der Poet bei mancher Gelegenheit neu besingen...... " (Wolf Biermann)

Kein Dichter der Nachkriegszeit hat die Stadt Berlin so liebevoll besungen und so rabiat bedichtet wie Wolf Biermann. Als junger Mann eröffnete er 1962 diesen politischen Minnedienst mit dem Lied:

Berlin, du deutsche deutsche Frau
Ich bin dein Hochzeitsfreier!

Im November 1965 wurde der Dichter in der DDR total verboten. Wolf Biermann antwortete auf Unterdrückung mit geistreichem Spott. Aber nicht zu vergessen: Es ist vor allen Dingen die poetischen Kraft in seinen Gedichten und Liedern, die seiner Radikalität soviel Ausdruck verleiht und welche die Gedichte und Lieder so populär machte.
Liebeslieder wie das vom Frühling auf dem Mont Klamott gehören zu Berlin, weil der Poet "auf dem Kehricht vom letzten großen Krieg" mit seiner Schönen von hoch oben aus über die Grenze in den Westen der Stadt hinüber schaut. Und nur in Berlin konnte Biermann eine Ballade schreiben über den Dichter François Villon, der nächtens auf der Mauer rumturnt und Rotwein ausblutet.
Wolf Biermann verspottete die Ostberliner Bonzen in seiner Populärballade: "Ihr löscht das Feuer mit Benzin!". Und die Stasi mit ihren Abhörwanzen verhöhnte er in der Stasiballade als seinen "Eckermann". Er nahm kein Blatt vor den Mund, er portraitierte seine Freunde, ermutigte die Verzagten und stachelte die Kollegen an: "Wer sich nicht in Gefahr begibt, der kommt drin um!" - so heißt es in einem gesungenen Selbstportrait für Reiner Kunze. Und so sprach er vielen Verstummten in Ostberlin aus tiefster Seele:

Wie eingepfercht in Kerkermauern
Liegt in den Mauern dieser Stadt
Wolf Biermann, beißt mit gelben Hauern
In Steine nur und hat es satt ...

Wolf Biermann wurde 1976 aus Ostberlin vertrieben. Der Ausgebürgerte kehrte in seine Vaterstadt Hamburg zurück. Solange die Mauer stand, besuchte er Westberlin nur immer kurz zu Konzerten - ihn schmerzte zu sehr der unüberwindbare Stacheldraht. Nicht nur ihm ging es so. "Doch als ich nach Haus an die Mauer kam/ und als mich der Grenzer beiseite nahm/ da half mir kein Lächeln, kein Bitte/ da stand ich so elend vorm Posten.." schrieb er in der Ballade für Eva-Maria Hagen: "Ich bleib immer die ausm Osten". Und selbst in der Fremde in Frankreich holte Berlin ihn ein. Als Biermann seinen Freund, den DDR-Dokumentarfilmer Jürgen Böttcher 1986 in Paris treffen kann, kommt er zu dem Schluss: "Wir bleiben auf ewig im selben Boot - und fahren längst auf verschiedenen Flüssen."

Der Zusammenbruch des Ostblocks machte es möglich, dass Wolf Biermann nicht nur sein vertrautes Berlin-Mitte wieder fand, sondern nun auch ohne Krampf den Westen. "Und ich ließ mich seitdem mit dem ganzen, dem wiedervereinigten Berlin ein."
"Was kümmert es so´n ostberliner Hosenmatz/ Ob Papa Stasispitzel oder Dissi war" lacht Biermann in seinem Lied über die Kids auf dem Kollwitzplatz, dem "Herz vom Prenzlberg." Biermann atmet "Staub im Steinbruch der Zeit" auf der Potse am Landwehrkanal und sieht: "Im Zentrum unterm Kränewald, da wächst ein Babylon/ aus Geldmacht, Architektenstolz, aus bestem Stahlbeton". Die Zukunft des wiedervereinigten Deutschlands, singt er, "wird nämlich entschieden im Streit um die Vergangenheit."
Die Mauer ist gefallen, die Stadt vereint und frei. Trotzdem gibt es für Wolf Biermann, der 2006 Ehrenbürger der Stadt Berlin wurde, einen Kein-Ort: Die Chausseestraße 131. Warum? - Das erfahren die Leser im dem Gedicht. "Ich fahr nicht an meiner Wohnung vorbei/ Hannoversche - Ecke Chausseestraße - nein!"

Wolf Biermanns Gedichte liefern ein großes poetisches Portrait der Stadt Berlin und ihrer Geschichte. Die Auswahl der Gedichte überließ Wolf Biermann seiner Frau Pamela.

Wolf Biermann: Berlin, du deutsche deutsche Frau
Hoffmann und Campe. 17,95 €.

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