„ach, die erste Liebe...“

Ach, die erste Liebe...

Die neue CD von

WOLF BIERMANN & PAMELA BIERMANN

 

 

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Den Biermann und seine Lieder zur Gitarre - das kennt man. Aber Biermann im Wechselgesang mit seiner Frau Pamela – das ist ein wunderbar neues Kunst-Stück!
„Seit 30 Jahren sind sie ein Paar. Seit kurzem auch Kollegen!“ titelte die Berliner Zeitung, als im September 2012 das Programm: „Ach, die erste Liebe…“ im Berliner Ensemble seine Premiere erlebte. Es folgten weitere Konzerte in Deutschland, der Schweiz und Österreich.

 

Nun haben der Dichter und seine Muse diese CD eingespielt. Für Pamela Biermann ist es das Debüt. Die Auswahl der Lieder traf die Sängerin. Aus dem großen Fundus der Lieder, die Wolf Biermann im Laufe der letzten 50 Jahre aus etlichen europäischen Sprachen in sein singbares Deutsch gebracht hat, griff sie sich die heraus, die sie am liebsten mit Wolf Biermann singt.

 

Dabei liefert das Lied „Ach, die erste Liebe“ des georgischen Russen Bulat Okudshava den Titel, denn die meisten Lieder handeln ja … von der Liebe. Die Liebe war und bleibt in allen Sprachen das interessanteste Thema, sie überrascht uns in immer neuen Tonarten: das erotische Glück in kleiner privater Idylle, aber auch die Tragödie von Romeo und Julia, der Kuss der Liebenden in politischer Landschaft.

 

Meist im Duett, mal als Solo, aber immer begleitet von Biermanns Gitarre oder Klavier, breitet diese Liederauswahl eine ganze Welt aus: gespottet wird im Brassens-Ton über die Spießer, die „nach feilen Damen jagen … zum Samenabschlagen“. Gefrotzelt wird in dem urkomischen Aufklärungs-Calypso: „dat die Frau da atta und der Mann atta, mit die ritze ratze kille kille mullemusch …“ . Trotzig geträumt wird im Chanson der Commune de Paris „Le Temps des Cerises Die Zeit der Kirschen“ von der Revolution und in dem schwedischen Lied von der „Blaublümeleinwelt“. Die Liebesgier des ruppigen alten Mannes in der Ballade von Robert Burns steht neben der lebensdrallen amerikanischen Ballade vom „Spieler und seiner Zuckerpuppe“. Sehnsuchtsvoll das zauberzarte Lied „Ich weiss, wo ich hingeh“ und schmolldrollig das freche jiddische Lied für Lejbke: „...das Tanzen musst du lernen! …Wenn du stur bleibst, mach ich mit dir Schluss!“

 

Aber auch die zerschmetterte Liebe in Kriegszeiten ist Thema, im Antikriegslied „Johnny, nun liegst du so da!“ und in der Ballade des zu Tode verwundeten Kreuzzüge-Königs „Jean Renaud“. Geweint und gelächelt wird am Ende mit der finalen aber falschen Lebenswahrheit: „Glückliche Liebe, die gibt’s nie“.

 

Alle Lieder wurden in Hamburg aufgenommen. Ein Lied jedoch wurde aus dem Konzertmitschnitt im Berliner Ensemble “geklaut”: Das vielleicht berühmteste und trotzdem schönste Lied der Liebenden: „Welke Blätter“.

 

„Die Kraft von Musik, von Wort und Dichtung und die Kraft der theatralischen Gestaltung finden zusammen. Bravo! Wolf und Pamela Biermann haben das Ideal des gemeinsamen Singens, jenseits des Kunstliedes, sehr schön, ja idealtypisch eingelöst.“ (Burkhard Egdorf, SWR2)

 

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FLIEGEN MIT FREMDEM FEDERN

Eine Kiste voller Schätze: erlesene Gedichte und erhörte Lieder aus aller Welt,

von Wolf Biermann ins Deutsche gebracht.

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Das neue Biermann-Buch ist eine Kiste voller Schätze aus vielen Ländern:  erlesene Gedichte und erhörte Lieder, die der Poet im Laufe eines bewegten Lebens in sein lebendiges Deutsch brachte.

Als „staatlich anerkannter Staatsfeind“ saß Biermann viele Jahre fest in Ostberlin wie die meisten DDR-Bürger. Aber für ihn waren zudem die Ostgrenzen so dicht wie die Westgrenze. Auch das provozierte seinen herderschen Heißhunger nach den „Stimmen der Völker in Liedern“. 

Es waren berühmte und unberühmte Besucher, die ihrem total verbotenen Freund Lieder und Gedichte aus aller Welt in der Chausseestraße 131 vor die deutsch-deutsche Nase hielten und sagten: mach mal!   Und also machte er sich schwedische sångerna von Nils Ferlin auf Deutsch singbar, auch französische, tschechische, alte russische Zigeuner-Lieder, neue lateinamerikanische, uralte englische, baltische, jiddische und hebräische.

Das kuriose norddeutsche Wort „Sammelsurium“ hat wieder seinen guten ursprünglichen Sinn, denn Biermann bündelt in diesem Buch eine Sammlung von buntgemischten Zufallsfunden.  Er entdeckte sie bei Bulat Okudshawa, Daniel Viglietti, Patricio Manns, Wladimir Wyssozki,  Jiří Suchý. Freunde wie Eva-Maria Hagen, Lew Kopelew, Joan Baez und Franz Hohler und Allen Ginsberg steckten ihm Lieder zu, lauter freundschaftliche Auftragsarbeiten ohne Honorar.

Der Sohn des russischen Dichters Julij Daniel schmuggelte die erschütternden Gedichte seines Vaters direkt aus dem GULag nach Moskau, und so kamen sie konspirativ in Biermanns Hände und dann als deutsche Gedichte 1972 beim Verlag Hoffmann & Campe in Hamburg ins Offene: „Berichte aus dem Sozialistischen Lager“.

Nach der Ausbürgerung 1976 fand der Liederdichter bei seinen Konzerten in vielen Ländern neuen poetischen Stoff. Atahualpa Yupanqui, Dionysos Savopoulos, Sven Bertil Taube, Yves Montand, Pedro Soler, Paco Ibáñes - deren Gastgeschenke füllten die Schatzkiste des Sammlers: Neueres und Altes. Hohe Poesie, zauberhafte Kinderlieder und plebejische Folklore. Das Beste in diesem Sammelsurium sind womöglich die authentischen Nachdichtungen der Shakespeare-Sonette. Es finden sich in diesem Buch populäre Chansons von Pierre-Jean de Béranger und Georges Brassens neben kleinen feinen Volksliedern aus Finnland oder Estland oder Israel.

Eines aber fehlt, Biermanns wichtigste Nachdichtung passte dem Verlag nicht zwischen diese beiden Buchdeckel: Jizchak Katzenelson  -  „Großer Gesang vom ausgerotteten Jüdischen Volk“.  Dieses Poem über die Shoa braucht und hat ja auch eine eigene und komplett kommentierte Buchausgabe.

Weltbekannte Titel wie „Les feuilles mortes“ von Jacques Prévert und Joseph Kosma sind in „Fliegen mit fremden Federn“  ohne Musiknoten abgedruckt, denn die kann man sich leicht googeln. Aber für jedes der weniger bekannten „Menschen-Lieder“ hat Biermann die Melodie und die Grundharmonien notiert. Und er schrieb bei dieser Gelegenheit auch allerhand Fußnoten, die für manchen Leser von Interesse sein können.

Termine:

 

Wolf Biermann veröffentlicht im Oktober 2016 seine Autobiographie.

Dazu gibt es ab dem 17. Mai hier weitere Informationen.



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